Weber Johannes

Johannes Weber

Unternehmen/Organisation

Responsible Investmentbanking
mailto:johannes-weber@posteo.de

Photocredit: Johannes Weber

Kurz-CV/Curriculum vitae

Johannes Weber absolvierte von August 2014 bis Februar 2015 ein Praktikum bei Responsible Investmentbanking. Davor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Forschungscluster zur „Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe Universität in Frankfurt/Main tätig und sammelte Erfahrung im österreichischen Außenministerium. Johannes Weber hat Politikwissenschaft und Geschichte in Innsbruck und Bologna studiert.

Abstract

Eine Reihe von Studien belegt, dass die Nachfrage nach und das Interesse an nachhaltigen Investments und Anlagestrategien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Analysiert man die Zahlen jedoch etwas genauer, so zeigt sich, dass viele „nachhaltige“ Investoren sich auf die Festlegung von Ausschlusskriterien beschränken und der Faktor Nachhaltigkeit nur selten systematisch oder auf der Grundlage einschlägiger Ratings Berücksichtigung findet. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nicht in erster Linie Risikoüberlegungen, sondern die „Werte des Hauses“ sowie Anlagerichtlinien die treibenden Faktoren für mehr Nachhaltigkeit sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit Nachhaltigkeitsratings dazu beitragen können, konventionelle Anleger von den „Vorteilen der Nachhaltigkeit“ zu überzeugen, beziehungsweise ob es nicht darüber hinaus einer integrierten Bewertung von Nachhaltigkeits- und finanzieller Performance bedarf.

Der Beitrag wird sich sowohl mit den Chancen und Möglichkeiten eines solchen integrierten Ratings auf der Grundlage eines integrierten Reportings beschäftigen, als auch die damit verbundenen Herausforderungen und Probleme kurz analysieren. Dazu gehören unter anderem die Frage der Übersetzung von qualitativen Daten in quantitative Messgrößen sowie der Mangel an einheitlichen Standards. Es wird deutlich, dass integrierte Ratings durchaus das Potential hätten, „Nachhaltigkeitsverweigerer“ von der Bedeutung ökosozialer Faktoren (und Risiken) bei Anlageentscheidungen zu überzeugen; jedoch ist ein umfassender, integrierter Vergleich von Investments aufgrund fehlender Standards nur schwer möglich. Integrierte Ratings werden Nachhaltigkeitsratings zudem nicht ersetzen können, sondern sollten vielmehr als Anreizmechanismus und „Instrument des Übergangs“ hin zu einer neuen Kultur des Investmentbankings gesehen werden.

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