Wendt Karen

Karen Wendt

Unternehmen/Organisation

Responsible Investmentbanking, Ährenfeldstraße 5, 82194 Gröbenzell, Deutschland
mailto.info@responsible-investmentbanking.com

Photocredit: Karen Wendt

Kurz-CV/Curriculum vitae

Karen Wendt hat mehr als 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Schaffung von freiwilligen globalen Standards im Investment Banking als auch bei der Identifizierung von positiven und negativen ökosozialen Wirkungen von Investments und Finanzierungen. Sie hat die Gründung der Äquatorbanken in führender Rolle initiiert und begleitet, war seit der Gründung des Äquatorbankenverbandes in dessen Vorstand und dort für die Themen Mitgliedergewinnung, Stakeholder-Dialoge und die strategische Ausrichtung bis 2015 zuständig. Karen Wendt ist Gründerin von „Responsible Investmentbanking“ und beschäftigt sich in dieser Funktion vorwiegend mit den Themen Verantwortliches Banking und Positive Impact Investing. Ihr Credo: Unternehmen müssen Business-Prozesse so organisieren, dass sie insgesamt positive Wirkungen für die Gesellschaft erzeugen. Die bisher vorherrschende Negativlogik (Ver-meidung von negativen Auswirkungen) sollte durch Environmental, Social and Corporate Governance (ESG) ergänzt werden, um Strategien und Produkte zu fördern, die Innovationen mit positiven ökosozialen Wirkungen darstellen und somit zu einer nachhaltigen Entwicklung der Weltgemeinschaft beitragen. Karen Wendt hat Stakeholder-Dialoge mit internationalen Organisationen in Bezug auf ESG für den Verband der Äquatorbanken durchgeführt. Sie hat an verschiedenen Universitäten als Gastprofessorin unterrichtet und hält einen MBA der University Liverpool.

Abstract

Eine Reihe von Studien belegt, dass die Nachfrage nach und das Interesse an nachhaltigen Investments und Anlagestrategien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Analysiert man die Zahlen jedoch etwas genauer, so zeigt sich, dass viele „nachhaltige“ Investoren sich auf die Festlegung von Ausschlusskriterien beschränken und der Faktor Nachhaltigkeit nur selten systematisch oder auf der Grundlage einschlägiger Ratings Berücksichtigung findet. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass nicht in erster Linie Risikoüberlegungen, sondern die „Werte des Hauses“ sowie Anlagerichtlinien die treibenden Faktoren für mehr Nachhaltigkeit sind. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit Nachhaltigkeitsratings dazu beitragen können, konventionelle Anleger von den „Vorteilen der Nachhaltigkeit“ zu überzeugen, beziehungsweise ob es nicht darüber hinaus einer integrierten Bewertung von Nachhaltigkeits- und finanzieller Performance bedarf. Der Beitrag wird sich sowohl mit den Chancen und Möglichkeiten eines solchen integrierten Ratings auf der Grundlage eines integrierten Reportings beschäftigen, als auch die damit verbundenen Herausforderungen und Probleme kurz analysieren. Dazu gehören unter anderem die Frage der Übersetzung von qualitativen Daten in quantitative Messgrößen sowie der Mangel an einheitlichen Standards. Es wird deutlich, dass integrierte Ratings durchaus das Potential hätten, „Nachhaltigkeitsverweigerer“ von der Bedeutung ökosozialer Faktoren (und Risiken) bei Anlageentscheidungen zu überzeugen; jedoch ist ein umfassender, integrierter Vergleich von Investments aufgrund fehlender Standards nur schwer möglich. Integrierte Ratings werden Nachhaltigkeitsratings zudem nicht ersetzen können, sondern sollten vielmehr als Anreizmechanismus und „Instrument des Übergangs“ hin zu einer neuen Kultur des Investmentbankings gesehen werden.

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